Rede von Mandy Rother auf der Gorleben-Demo am 11. 11. 2006 vor dem Zwischenlager
Uns ging und geht es um weitaus mehr, als die Castor- Transporte zu verhindern. Der Atomstaat ist nur ein Ausdruck der HERRschenen Verhältnisse. Mit dieser Gesellschaftsordnung, die sich auf Konkurrenz-, Macht- und Profitstreben gründet und dabei tagtäglich über Leichen geht, kann es für uns keinen Frieden geben - selbst wenn es den Mächtigen eines Tages gefallen sollte alle Atomanlagen stillzulegen. Solange die Ausbeutung des Menschen, der natürlichen Ressourcen, letztlich der Lebensgrundlagen durch den Menschen zur Grundlage der Existenz gemacht, Angst erzeugt und als Instrument der HERRschaft bewusst eingesetzt wird, solange wird sich für uns die Systemfrage stellen.
Deswegen kann sich die Anti- AKW- Bewegung nicht allein darauf zurückziehen alternative Energien zu fordern.
1975 trafen sich die damals mächtigsten westlichen Länder der Welt auf Einladung Frankreichs wegen der sog. Ölkrise 1973 und haben gemütlich vor dem Kamin gesessen und überlegt wie sie sich ihren Zugriff auf Energiequellen, Rohstoffe und ihren freien Marktzugang weiterhin sichern können. Seitdem maßen sie sich an die Energiepolitik für die ganze Welt zu bestimmen. Ihre Energiesicherheit heißt nicht die Energieversorgung für alle Menschen, sondern die Sicherung ihrer Herrschaft.
Der Aktionsplan von Russland dieses Jahr zur Energiesicherheit, meint nicht, dass alle Menschen Zugang zu Energie erhalten, sondern die G8 möchten sich ihren Zugriff auf Öl, Gas, Kohle und Uran möglichst günstig sichern und reden lediglich als Beigabe auch noch von Klimaschutz und Nachhaltigkeit.
Die internationale Energieagentur, die für die G8 immer wieder als Beratungsgremium fungiert, veröffentlichte zu Beginn des Klimagipfels in Nairobi diese Woche ihre Forderung durch den Ausbau der Atomkraft die Treibhausgase zu senken und die Rohstoffknappheit zu bekämpfen. Diese Argument sind der pure Hohn! Mit Atomkraft werden weder Treibhausgase gesenkt noch wird die Endlichkeit der Energierohstoffe beseitigt.
Atompolitik ist Energiepolitik! Unseren Widerstand gegen den Castor, das Atomprogramm und gegen die kapitalistische, ausbeuterische Energiepolitik der G8 werden wir nicht nur die nächsten Tage hier im Wendland zum Ausdruck bringen, sondern auch vielfältig im Juni 2007 nach Heiligendamm tragen. Wir lassen den Castor weder in Ruhe fahren noch die G8 in Ruhe tagen. Rocken wir uns hier beim Castor warm und lassen es 2007 in Heiligendamm genauso bunt und phantasievoll krachen.
Es kann nur immer wieder heißen : Stillegung aller Atomanlagen und der herrschenden Klasse weltweit.
Wir wünschen allen schöne erlebnisreiche und erfolgreiche Tage hier im Wendland — und wir sehen uns in Heiligendamm und beim BUKO 30 –Bundeskongress Internationalismus Ostern in Leipzig!
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