Von Randbild, 10.11.2006, 15:23 Uhr

Der Castor soll am Abend in Frankreich starten. In der Nacht kam es offenbar zu einer Ausseinandersetzung in Quickborn, bei der mehrere Menschen verletzt und zwei zivile Polizeiwagen beschädigt wurden. Die Polizei prognostiziert nun den Untergang es Abendlandes und sieht “im Vergleich zu den Vorjahren eine deutliche Steigerung der
Aggressivität und Gewaltanwendung”.

“Wir glauben weiter, dass es sich bei diesen gewalttätigen Aktionen
um Taten weniger Einzelner handelt, die keinen Zuspruch in der
breiten Mehrheit des friedlichen Protestes finden werden,” heißt es in einer Polizeimeldung. “Wenige Einzelne”, so, so. Interessanter in diesem Sinne waren da schon die ‘mehr gemeinsamen’ Schüler, die heute in Lüchow demonstrierten.

Bis zu 600 mögen es gewesen sein, die in der Kreisstadt gegen den nahenden Atomzug protestierten. Mehr als in den vergangenen Jahren. Der Protest blieb im Gegensatz zur Vergangenheit aber entspannt. Die Polizei hat scheinbar entgegen den Erwartungen dazu gelernt: Sie war quasi nicht präsent. Allerdings war sie dabei so abwesend, dass nicht einmal die Aufgabe der Verkehrsführung übernommen wurde. Beiseitig fuhren Autos und Sattelschlepper in der Demonstration auf und ab. Nicht die kleinste Bemühung wurde unternommen, den Verkehr so zu Regeln, dass die Schüler nicht gefährdet waren. Nicht nur die Auto- und LKW-Fahrer dürften verwundert gewesen sein. Angesichts der Gefahren von 40-Tonnern in Menschenansammlungen, war das eine schwache Leistung der Polizei.

Verwunderung? Nein, denn wie in den vergangenen Jahren auch kommen die 10.000 Beamte ins Wendland, um 12 tonnenschwere “Thermoskannen” mit radioaktiven Abfällen über die hiesigen Straßen zu lotsen. Das erscheint wichtiger als junge Leute, die ihre Rechte wahrnehmen. Dieses Mal ist nichts passiert…

Foto: http://www.randbild.de/

Und hier gibts eine kleine Foto-Widerstandgeschichte: http://www.i-traxx.net/reportagen/gorleben

Schülerdemo in Lüchow

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