Fackeln im Dunkeln, zu einem großen X zusammengestellt weisen den Weg zur Gedenkveranstaltung für Sebastièn Briat, der vor zwei Jahren in Frankreich zu Tode gekommen war, als er bei einer Protestaktion in Frankreich vom CASTOR-Zug erfaßt wurde. Viele Menschen aus dem Wendland, Kinder, Alte haben sich am CASTOR-Gleis in der Nähe von Hitzacker zusammengefunden, um Trauer und Wut, aber ungebrochenen Widerstandswillen gegen die Transporte deutlich zu machen.
Es mögen so etwa 200 Menschen sein, die sich noch einmal mit dem traurigen Tod des 21jährigen Aktivisten auseinandersetzten. Sebastièn Briat hatte sich mit anderen zusammen auf eine Protestaktion am CASTOR-Gleis vorbereitet. Der Zug, der üblicherweise von einem Hubschrauber und Motorradstaffeln begleitet wird, war damals unbewacht und mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs – galt es doch, den Zeitverzug durch eine vorherige Blockade wieder aufzuholen. Sebastièn wurde vom Sog erfaßt und geriet unter den Zug, von dem er tödlich verletzt wurde.
Im Interesse Sebastièns, für seine Ziele, der tödlichen Nutzung der Atomenergie Einhalt zu bieten, muß der Widerstand weitergehen, ungebrochen, das war die eindeutige Meinung der versammelten Trauernden. Auch beim kommenden CASTOR-Transport werden sich Menschen querstellen, Widersetzen, versuchen, den Transport so weit wie möglich demonstrativ und gewaltfrei zu behindern. Und um das deutlich zu machen, zog ein großer Teil von der Kundgebung zum Ort Seerau, wo sie sich nach Durchfahrt des letzten Zuges auf die Gleise setzten, Kerzen und Fackeln in den Schotter stellten. Die Polizei hielt sich erfreulicherweise nach einem kurzen Gerangel zurück. Die Gedenkaktion direkt auf der Schiene konnte in aller Ruhe beendet werden.
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