Nicht alles will die Polizei erlauben. Besonders, was ihr Suspekt erscheint. Zum Beispiel, wenn Trecker einen öffentlichen Weg über Bahngleise nehmen wollen. Und diese Gleise auch noch die sind, auf denen demnächst der CASTOR im 12er-Pack rollen soll.
So am Sonntagnachmittag bei Hinkelhagen. Ein neuer Hinkelstein sollte dort am Hünengrab die Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und verstrahlter Zukunft deutlich machen. Ein ziemlich großes Teil, das nicht per Hand zu transportieren war. Na ja, dann eben nicht. Also bleiben Trecker und Hinkelsteiner einfach da, wo sie sind. Der Stein wird massiv traktiert, mit roher Gewalt und spitzen, harten Gegenständen auf ihn eingeschlagen. Nicht Symbolhaft. Für ein mystisches Symbol, das er noch Hunderttausende von Jahren in sich tragen muss. Zwei Geraden, die sich annähern. Und dann wieder voneinander entfernen. Etwa so: X. Und das in der Nähe von Geraden, die parallel laufen, aus Metall sind, sich erst in der Unendlichkeit treffen. Wenn sie denn wirklich parallel sind, nicht irgendwo verbogen, oder gar stückweise fehlen. So ein Hinkelstein jedenfalls darf nicht in Gleisnähe stehen. Und ist dieses Symbol nicht einem Geheimbund zuzuordnen? Sieht man es nicht allenthalben, in näherer oder weiterer Entfernung?
Geheime Bünde brachten dann auch noch weitere Merkwürdigkeiten zu Tage. Aus dem Dunkeln des Waldes tauchte sie auf, eine Army. Uniformiert, bemalt - vermummt???? Clowns! Die Geheimwaffe! Lachende Menschen, die sich den grün-uninformierten immer wieder näherten. Sie anlachten, Scherze machten, komische Bewegungen. Ätzend. Nervend.
Aber trotz dieser Clowns-Army kamen die Trecker nicht wirklich weiter. Egal wie groß, passieren durften sie den Übergang nicht. Weder die kleinen Plastik-Tret-Trecker, angetrieben von 1 KS (Kinder-Stärke). Noch die großen, mit vielen Pferde-Stärken. Nun, macht niX. Wird der Hinkelstein einen anderen Platz finden. Good Vibrations haben jedenfalls alle ausgestrahlt.
Und sogar die Polizei, zwar ziemlich genervt, war zufrieden. Und wird sich und den Demonstranten am nächsten Tag in der örtlichen Zeitung gerne auf die Schulter klopfen - diesmal nicht hauen: sich erfreut über den “friedlichen Verlauf der Aktion” zeigen. “So wünschen wir uns das eigentlich immer”.
Das können sie gerne haben. Zum Beispiel, wenn der CASTOR den Grünhagener Bahnübergang sperrt. Dann könnte wieder der Hinkelstein in der Nähe sein. Und die staatlich finanzierten Clowns sowieso. Und wer weiß, welche “Army” dann wieder aus dem dunklen Wald auftaucht. “Friedliche Aktionen” wünschen sich die X - Menschen ja immer. Aber werden regelmäßig ziemlich unfriedlich dran gehindert.
(Siehe auch Bericht bei Indymedia http://www.de.indymedia.org/2006/10/160448.shtml )
Ein weiterer Bericht, “Wildwest im Wendland: Clownarmy im Einsatz” sehr nett zu lesen, gleichfalls Indymedia: http://www.de.indymedia.org/2006/10/160608.shtml
Leider war es nicht nur “lustig”. Die Polizei hat wiederum jede Menge Rechtsbrüche begangen. Siehe dazu auch die gemeinsame Stellungnahme der BI Lüchow-Dannenberg und von Metzinger Beobachtern: http://www.castor-blog.de/2006/10/31/castor-sonderrechtszonen-bereits-eingerichtet/
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