
Beitrag aus Indymedia: http://www.de.indymedia.org/2006/10/160121.shtml)
Die Auseinandersetzung darum, wo es lang geht im Wendland, wird in den Tagen vor dem Castor-Transport mit aller Verbissenheit geführt. Jetzt greifen die Ordnungshüter zum letzten Mittel: sie schrauben die Ortseingangsschilder einfach komplett ab.
Seit sich der Landkreis Lüchow-Dannenberg immer wieder im Zustand der Besatzung durch große Einheiten von Bundes- und Landespolizeien befindet, gibt es auch einen beharrlich geführten Streit um Schilder. Im Widerstand gegen die Atomanlagen haben viele Menschen ein Vorbild aus der tschechischen Geschichte aufgegriffen: als 1968 russische Panzer einrollten, um den “Prager Frühling” plattzurollen, griff die Bevölkerung zu Pinsel und Farbeimer und schwärzte alle Hinweisschilder. Die Besatzer, so die Absicht, sollten sich einfach nicht zurecht finden.Gedacht, getan. Aber Polizei und Straßenmeisterei setzten ihren ganzen Eifer dagegen, um jederzeit und überall hübsch beschildert zu sein. So entwickelten sich die Bemühungen in steter Korrespondenz. Zunächst war es Teerfarbe, die zum Einsatz kam, nachdem einfacher Lack mit Lösemitteln abzuwaschen war. Abgelöst wurde die durch den einfacher zu handhabenden Unterbodenschutz. In den letzten Jahren haben sich mehr und die freundlicher wirkenden Plakate durchgesetzt. Die Kleberindustrie hat auf diesem Gebiet schöne Fortschritte erzielen können. Bauhofmitarbeiter und Wachtmeister haben reichlich zu knibbeln.Offensichtlich geht den Hüterinnen und Hütern der öffentlichen Ordnung gerade die Geduld verloren. Sie schrauben die Schilder ab. Willkommen im Nirgendwo!
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