Von Hans, 25.10.2006, 17:24 Uhr

Jetzt wird beraten, werden Pläne geschmiedet, Menschen springen im Dreieck, schlagen Rat, setzen sich zum Ratschlag zusammen. Im Wendland. In der Nähe des Verlade-Krans. Am Sonnabendnachmittag ist wieder die große Debatte angesetzt: Wer macht wann was wo und wie, und vor allem, ohne anderen Aktivisten in die Quere zu kommen, beim WiderSetzen, oder X-1000maligem Quersitzen. Was steht schon fest, was muss öffentlich angekündigt werden, welche Ideen sind noch nicht ausgereift?

Jedes Jahr wieder erscheint eine quirlige Menge Menschen zu diesen Treffen, Vertreter von CASTOR-Gruppen, aber auch diejenigen, die sich ganz kurzfristig erst haben daran erinnern lassen, dass der diesjährige CASTOR eben doch nicht wg. Fussball-WM und Bush-Besuch ausfällt. Ja, jetzt also noch schnell was organisieren, absprechen, Freunde aktivieren - das Chaos wird perfekt funktionieren, wenn die Bandbreite des Widerstandes am Sonnabend, den 28. 10. im Gasthaus Grönecke in Breese/Marsch. 15 Uhr, zusammengetragen wird. An bunten Aktionen kreativ mitgestalten, neben der sinnvollen Koordination, die auch wegen des um einen Tag vorgezogenen Transportstarts am 10. November notwendig ist, soll die Veranstaltung auch ?Mut und Lust auf gemeinsamen fantasievollen und hartnäckigen Protest machen?, so hoffen die Widerständler der wendländischen BI.

Am Sonnabend wird auch die “offizielle” Demo-Verbotszone feststehen. Wie jedes Jahr wird auch diesmal von der Polizeidirektion Lüneburg eine “Allgemeinverfügung” vorbereitet. Spannend wird sein, nachzulesen, was in der Vergangenheit so alles an Aktivitäten stattgefunden hat, akribisch aufgelistet, angebliche “Straftaten”, die von den Behörden nicht gerade als Lustig eingeschätzt werden. Löcher buddeln beispielsweise - dafür würde sich an anderem Ort zu anderer Zeit keine noch so dumme Sau interessieren - dürfte hier vermutlich wieder in eine “Gewaltprognose” einbezogen werden.

Eines wird aber auch nach diesem “Ratschlag” sicher sein: Die Menschen ziehen an einem Strang - immer wieder die CASTOR-Transporte zu verhindern, den ungeeigneten Salzstock Gorleben zuzuschütten, den sofortigen Ausstieg aus der Atomindustrie durch den Druck der Straße zu unterstützen. Wendländische Widerständler sind und bleiben aber so unterschiedlich und flexibel, dass ein von der Polizeibehörde herbeigeredetes “koordiniertes” Widerstandskonzept absolut undenkbar ist. Aber das wissen die Damen und Herren und ihre Helfershelfer in Lüneburg eh ganz genau. Und daher sollten sie es sich und dem Widerstand ersparen, ihre Spitzel zum samstäglichen Ratschlag zu schicken, nicht, dass diese plötzlich durchdrehen und Rad schlagend den Saal verlassen müssen.

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